Sonntag, 28. November 2010

Kontinuitäten und Bruchlinien : was lernen wir von der Evolution

Wir bekommen Signale aus der Zukunft: große Veränderungen senden schon sehr früh kleine Signale. Eine Vision dazu ist hingegen, rechtzeitig bevorstehende Bruchlinien zu erkennen; und Beständigkeit ist, dennoch die Kontinuität von Bewährtem zu auch künftig weiter zu bewahren.

Die Evolution beschleunigt in Abständen, sie steigt aufs Gaspedal und wir erkennen Bruchlinien. Bei Bruchlinien überleben in der Evolution diejenigen am besten, die sich am raschesten und optimal an veränderte Bedingungen in einem Biotop anpassen.
Die stete Erneuerung in kleinen Schritten ist das Wesen der Evolutionsgeschichte und ist auch das Wesen der Entwicklung in der Technologie.

Die Innovation beginnt vor allem von innen; oder ohne Risiko gibt es keine Erneuerung. Die IT wird technische Spielereien der Vergangenheit noch besser überwinden und ein Teil der sozialen Wertschöpfung werden. Ihre Zukunft liegt in den unendlich vielen kleinen Dingen und Services des menschlichen Alltags in den sozialen Netzwerken.

Kommunikations-Technik > emotionale und rationale Treffsicherheit.

Vier Dimensionen eröffnet uns das Zeitalter der digitalen Revolution: Am Anfang stand die EDV, und mit ihr kam die erste Dimension: ein gewaltiger Schub an Effizienz der Prozesse. Die folgenden Dimensionen der Technologie mit Breitbandnetzen und Mobil- Telephonie und -Computing bereiteten ein neues Zeitalter vor. Die Kommunikations- und Informantions-Technik durchdringt mit den für uns oft unüberschaubaren Möglichkeiten, die uns das Internet bietet, alle Fasern des Alltags-Lebens.

Geradezu unheimlich, mitunter beängstigend ist uns die Hyperkommunikation über die mobilen Telefone und Pads. Doch unser Zeitalter hat auch eine gewaltige Chance mit seinen neuen Dimensionen: Wir sind mit dem Internet in der zweiten Dimension in die Lage gekommen, eine bislang ungeahnte Breite der Verständigung zu erreichen. Und gleichzeitig wurde uns eine dritte Dimension, die Tiefe des Zugangs zum Wissen und zu wertvoller (handlungsorientierter) Information erschlossen. An der Bruchlinie entsteht ein neues Weltbild: Die gesamtresultierende Kraft ist systemisches Denken, übergreifend und in Zusammenhängen.


Die gesamtresultierende Kraft daraus aber ist die Effektivität; das emotionale Gespür und die rationale Treffsicherheit unserer Handlung, das Richtige zu tun. Vor uns steht nun die 4. Dimension im Web 2.0, der rasanten Verbreitung des Beitragens im Netz: Wikipedia und Facebook sind beeindruckende Phänomene dieses neuen Raum- Zeitgefüges. Wir stehen vor dem Evolutions-Sprung einer völlig neuen Art der sozialen Netzwerke. Unsere Aufgabe ist jetzt die seriöse Nutzung dieses ungemein erweiterten Cyberspaces.

Donnerstag, 25. November 2010

Gefahren im Inneren der Organisation

in allen Organisationsformen des öffentlichen, gesellschaftlichen und des wirtschaftlichen Bereichs droht eine Erstarrng.


> im Jargon:
Ein Fachslang ist eine schlechte Kommunikation: damit werden Abgrenzungen erzeugt und Barrieren zum Bürger oder zum Kunden aufgebaut, die der Verständigung schaden. Wir brauchen eine klare Umgangssprache.

> im pyramidalen Denken
Wo die Zentren alles reglementieren, alles steuern wollen, blüht auch die Bürokratie und die Aufblähung der Komplexität, nur mehr die eigne Eitelkeit zu befriedigen, ohne wirklichen Nutzen für irgend jemanden.
Es entsteht eine Kontrollitis, und in ihrer Eigendynamik wird sie selber unkontrollierbar.
Das hat in der Folge eine lähmende Wirkung auf die Gesellschaft und die Beteiligung der Bürger daran; aber vor allem auf die Unternehmertum im besonderen und die Volkswirtschaft allgemein.

> in der  Effizienz-Verblendung
Die Selbstzufriedenheit der Menschen und Organisationen am Höhepunkt eines Erfolges birgt eine immanente Gefahr: den Erfolg in Beton zu gießen. Die daraus folgende Abwehr von Neuerungen führt letztlich immer zum Verlust der Effektivität, nämlich das als Richtig erkannte auch zu tun. Ein solcher Konservativismus führt zum Stillstand, der dann schon die Plattform für den Abstieg (-Sturz) zum Ruin des Geschäftssinns oder zur verkrampften Erstarrung der Entwicklung des Gemeinwesens wird.

Dienstag, 23. November 2010

Die zehn Gesetze der Netze (nach Michael Gleich)

1. Netze handeln komplex:
Sie bestehen aus vielen Komponenten, die untereinander agieren und reagieren; Auf Impulse von außen antworten nicht einzelne Knoten, sondern ganze Ensembles. Dadurch läßt sich das Verhalten eines Netzes schwer exakt voraussehen
2. Netze leben nichtlinear:
Aufgrund der inneren Wechselwirkungen stehen Ursachen und Wirkungen oft nicht in proportionalem Verhältnis. Durch Rückkopplung können sich kleine Ereignisse folgenreich aufschaukeln.

3. Emergenz:
Netze erzeugen Neues; über die Summe seiner Teile hinaus.
Neue Qualität entsteht aus vielen einfachen Komponenten, die über sich selbst hinauswachsen. Mehr ist anders.
4. Lernfähigkeit:
Netze antworten flexibel. Sie können ihre Stabilität bewahren, während sie auf Impulse der Umwelt reagieren. Bei Störungen von außen verändern sie das Muster: je komplexer, desto mehr Optionen gibt es für den Wandel.

5. Selbstorganisation:
Netze ordnen Chaos. Nichtlineare Systeme können sich aus eigener Kraft strukturieren und Stabilität gewinnen. Sie erschaffen dabei nach einfachen Regeln aus Chaos Ordnung,
ohne eine Vision von der gesamten Entwicklung haben zu müssen.

6. kreatives Chaos:
Im kritischen Phasenübergang zwischen Chaos und Ordnung finden sich Kreativität und Stabilität in optimaler Mischung. Das Fließgleichgewicht verhindert innovationsfeindliche Erstarrung ebenso wie krisenanfällige Anarchie.

7. Robustheit:
Netze verzeihen Fehler. Wichtige Funktionen sind redundant, das heißt mehrfach angelegt: Versagt ein Teilsystem, springen andere ein. Das System duldet kleine Fehler, um große zu vermeiden.

8. Netze nutzen Symbiosen: 
Bündnisse zu wechselseitigem Nutzen, bei der die Partner gemeinsam gewinnen und verlieren, gleichzeitig lernen und lehren. Parasiten können aber auch zu Symbionten werden und umgekehrt.

9. Netze vereinen Vielfalt:
Netze vereinen die Varianten, Charaktere, Funktionen, ohne deren Unterschiede zu nivellieren. Die hohe Vielfalt erschafft ein Mehr an Möglichkeiten, flexibel auf Umwelt- Veränderungen zu reagieren-

10. Heile kleine Welt:
Selbstorganisiert verknüpfen sich lebende Netze nicht nach dem Zufallsprinzip. Sie zeigen immer ähnliche Muster: Eine kleine Zahl von Knoten ist hochgradig, der überwiegende Teil gering vernetzt. Ausfälle treffen mit hoher Wahrscheinlichkeit gering vernetzte Knoten. Das System funktioniert weiter.

Der große Vorzug der Netze

Die Evolution hat eine Erfolgsgeschichte geschrieben, für unser eigenes vernetztes Leben. Netze vereinen die Varianten, Charaktere, Funktionen, ohne deren Unterschiede zu nivellieren. Die hohe Vielfalt erschafft ein Mehr an Möglichkeiten, flexibel auf Umwelt- Veränderungen zu reagieren.

Netze sind informationsverarbeitende Systeme: Viele Knoten „denken“ gleichzeitig, Netze „verstehen“, worauf es ankommt; Deshalb wissen wir, warum Netzwerke, trotz ihrer kleinen Schwächen, trotz ihrer Komplexität und trotz des hohen Koordinationsaufwandes,
letztlich doch die weitaus bessere Lösung für die Zusammenarbeit autonomer Einheiten sind und deren stete Entwicklung fördern.

Emergenz im Netzwerk des Lebens

Das variantenreichste "lebendige Netzwerk" hat aber die Natur geschaffen:
Die Natur erzeugt aus Chaos Ordnung, und das alles selbstorganisierend, dynamisch, flexibel. In der Natur ist das Netz ist die Verbindung vieler Lebewesen zu einer neuen, funktionierenden Einheit. Die Lebewesen sind die Knoten des Netzes.

Das Netz besitzt Eigenschaften, die auf der Ebene der Knoten noch nicht existieren. Die neuen Qualitäten entstehen durch die Zahl, die Anordnung und die Interaktion. Emergenz bezeichnet das Entstehen von neuen, vorher in dieser Art nicht dagewesenen Eigenschaften, die Netze zu einer überlegenen Organisationsform machen.

Das Ganze ist mehr als die Summe der Einzelteile.

Die Chance für Veränderungen


Aus Erfahrung weiß man, daß Erkenntnis allein nicht ausreicht, um sich selbst oder gar ein System zu verändern. Bei diesem „Wandel“ geht es nicht darum, prinzipiell alles neu und vermeintlich besser zu machen. Vieles, das wir an Lebensqualität erreicht haben, gilt es zu bewahren! Sondern es geht darum, ein lebenswertes System langfristig zu ermöglichen und abzusichern.

Die meisten Systeme mit denen und in denen wir leben sind nicht berechenbar – sie sind chaotisch. Mit einem Tripelpendel – einem Pendel an einem Pendel an einem Pendel – läßt sich dieses ganz einfach demonstrieren: Unerwartetes findet statt. Auch unsere Zukunft ist nicht zwangsläufig die Fortsetzung von Vergangenheit. Zukunft ist prinzipiell offen und gestaltungsfähig."
Hans-Peter Dürr


 
Veränderung und Innovationen liegen also am instabilen Kipp-Punkt eines Fließ- Gleichgewichts, wo ein relativ geringer Aufwand schon reicht, etwas zum Kippen in die eine oder andere Richtung zu bringen.
Erinnern wir uns an die Zusammenhänge zwischen Innovation und Tradition:
Tradition heißt für uns nicht, die Asche anzubeten, sondern das Feuer zu erhalten. Und wenn wir das Feuer erhalten wollen, müssen wir einen kontinuierlichen Prozeß im Fließgleichgewicht halten: die Brennstoffzufuhr einerseits und die Sauerstoffzufuhr andererseits.

Innovation= Neuanordnung

Und entsteht meistens durch das Zusammenführen bekannter Phänomene und Entdeckungen in einem neuen Zusammenhang: von der Dampfmaschine der ersten Fabriken und Pferdeeisenbahn bis hin zum heutigen Microsoft Windows, zu Nespresso, Wikipedia und Facebook.

Die digitale Revolution wurde durch den Geistesblitz der Neuverwendung der binären Rechentechnik in der Kommunikation ausgelöst! Musik, Photos, Filme…(Aufzeichnung, Speicherung und Übertragung von Ton und Bildern)

Samstag, 20. November 2010

Vernetzung gegen schleichenden Produktivitäts-Schwund

Es läuten Alarmglocken aus der Zukunft mit negative Trends:
° Steigender Komplexitätsgrad durch mehr Vernetzung im Web (2.0)
° Produktivitätsverlust durch Teil- Vergesellschaftung
° und immer noch Zunahme der Insolvenzen

Ein fundamentaler Sichtwechsel zeigt aber auch sehr positive Trends:
° Abkehr von der Konzentration, Rückbau der Großkonzerne,
° Stärkung der regionalen Produzenten und Versorger,
° Betriebliche Innovation durch methodische Kreativität und Einsatz der Vernetzung
° Vernetzung der Produktion und Dienstleister, Verkürzung der Wegstrecken,
° Vernetzung der Sparten (zB. Tourismus -Landwirtschaft - Handwerk & Dienstleister)
° totale Disintermediation (keine Zwischenschritte von Bereitstellung eines Service zum Verbraucher)

die Zukunft gehört den Trans-Normalen

Die gesättigten müden Märkte
für alle Produkten und Leistungen verleiten zu einem Karaoke- Club, in dem jeder das Liedlein des anderen nachsingt, das sind aber keine echten Trends und auch keine Zukunfts-Sicherung


Die Zukunft aber wird von den den Transnormalen und Querdenkern erobert, die keinem Trend hinterherlaufen, sondern Trends setzen
Wo können wir uns differenzieren? nicht über Preis, klein = fein, billiger = fremdbestimmt, aber über die natürliche Vorzügebei uns imLand: Ortskenntnis, Nähe zum Kunden. Und Beratung als Dienst: kostenpflichtig aber preiswert
Komfort kostet, ist aber Mehrwert, bringt Marktvorteil, Komfort mit Partnern so günstig wie möglich herstellen, variable Fertigungstiefe
Die emotionale Intelligenz versucht immer, die Bedürfnisse und Möglichkeiten der Menschen mit den Notwendigkeiten des Geschäftes in Einklang zu bringen

Bild: Copyright (IHK Heilbronn-Franken)

Freitag, 19. November 2010

Die Effizienzverliebtheit erstickt die Effektivität

So wird die Effizienz zum Ruin für das Geschäft.
Erfolg kann man nicht zementieren und festgefahrene Verhaltensmuster ersticken die Begeisterung zur Neuerung; was folgt ist der Triumph des Mittelmaßes,

Effektivität = Wirksamkeit, ist das Richtige und im richtigen Maß, ist Treffsicherheit zur richtigen Zeit und ohne Umweg ans Ziel, effektive Entscheidungen brauchen Mut und die Bereitschaft, das als richtig Erkannte zu tun, unabhängig davon, wie schwierig es ist.        
Entwicklungsbüros erzeugen oft Innovationen, die keiner braucht: Over- engineering, Innovation ist auch nicht so sehr das Ergebnis einer Kundenumfrage.


Innovation bedeutet neue Zusammenhänge zu erkennen, und erfordert Mut zum Querdenken, Innovation ist zu wissen, was der Kunde morgen wollen wird, das neue Produkt, nicht das alte, das gestern noch alle haben wollten

Donnerstag, 18. November 2010

Innovation= „coole“ Ideen

In den gewohnten Kreisen kreisen auch immer die gewohnten Vorstellungen ohne zu hinterfragen, ob man auch das Richtige tut. Ideen zur Verbesserung des Bestehenden sind richtig und wichtig; sind aber noch keine Innovation. 
Neue Ideen und neues Wissen entstehen aus einem Zusammenschluß „neuronaler Netzwerke“, außerhalb der gewohnten Kreise, wenn Menschen fach-, kultur-, hierarchie- und generationenübergreifend ihre geistige Kapazität verknüpfen

effektive Entscheidungen brauchen auch Mut


Immer höhere Komplexität, Mehrdeutigkeit der Daten, schnelle Wechsel der Faktenlage und plötzliche Trendbrüche müssen ganzheitlich bewältigt werden
 
Effektive Entscheidungen brauchen Mut und die Bereitschaft, das als richtig Erkannte zu tun, unabhängig davon, wie schwierig es ist.
Mut heißt auch, mit emotionaler Intelligenz, die Bedürfnisse und Möglichkeiten der Menschen mit den Notwendigkeiten des Geschäftes in Einklang zu bringen.

Effektivität ist alles, außer gewöhnlich.


"Der Mensch ist ein zielstrebiges Wesen, aber meistens strebt es zu viel und zielt zu wenig." (Günter Radtke, Journalist u. Schriftsteller)
Effektivität heißt: die richtigen Dinge richtig tun, das Richtige und im richtigen Maß, ist Treffsicherheit zur richtigen Zeit, = Wirksamkeit oder Zielerreichung. 
Effizienz hingegen ist Aufwandoptimierung

Benchmark & Best Practice behindern das Querdenken

Die Strategiepläne in einer Branche unterscheiden sich kaum von ihren Wettbewerbern; die bittere Wahrheit ist, daß man darin viele Algemeinplätze vorfindet, man oft einfach nur das Logo austauschen müßte.
Deshalb helfen Benchmarking und Best Practice allenfalls, die Effizienz zu verbessern, Effektivität und Innovation bleiben unberührt


Die Zukunft wird von den Transnormalen und Querdenkern erobert, die keinem Trend hinterherlaufen, sondern Trends setzen