Dienstag, 14. Dezember 2010

Wir können den Trend umkehren !

Wir können doch nicht zulassen, wie uns die Selbstverkomplizierung der Bürokratie mit immer komplexeren Normen alle Früchte, die uns die Technologie in Produktion und Service bereitet hat, wieder auffrißt.

Mit der Pseudoeffizienz der Regulierung und den Machtanspruch der Mengenkonzentration in Wirtschaft und Gesellschaft geht immer mehr vom Erfolg der kontinuierlichen Verbesserung wieder verloren. Den Spielraum an materiellem Nutzen, den wir an einer Seite gewinnen, den möchte sofort die Bürokratie oder die Machtstruktur wieder aufsaugen.

Das muß nicht zwingend so sein: wir können mit Hilfe der Kreativität der Mitarbeiter den Komplexitätsgrad herunterbrechen; den Ballast der Bürokratie durch geniale Vereinfachung abwerfen, den Parasitismus der Bürokratie in Grenzen setzen, die Gestaltung vor die Verwaltung stellen;

Eine Selektion des Wesentlichen und der Evolution dienlichen und das Geschäft und das menschliche Individuum vor die Bürokratie reihen.

Die Lösung ist die geniale Vereinfachung unnötiger Komplexität

Die im vergangenen Zeitalter in Mode gekommene Konzentration bei Unternehmen oder in der politischen Gesellschaft steigert den Komplexitätsgrad progressiv zur 3. Potenz.
Netzwerke sind da als Gegenkraft besonders geeignet, sie sind imstande der Verkomplizierung entgegenzuwirken und beizutragen, den Knäuel zu entflechten. 
Damit gelingt ein Aufbrechen der Komplexität bei Produkten und Prozessen, eine Entwirrung statt der Verwirrung in den „babylonischen“ Türmen. Das Abwerfen all dieses Ballastes führt zu meßbarer Ergebnisverbesserung: es entsteht Wohlfahrt oder Wohlstand.

Der Ansatz der Entwirrung der unnötigen Komplexität ist es, Gemeinsamkeiten der Vielzahl der möglichen Fälle selektieren, und nicht die Unzahl der Fälle, sondern die Regel hinter den günstigen abzubilden.

Einfachheit schafft Verständnis,
Verständnis erzeugt Sicherheit,
Sicherheit schafft Vertrauen,
Vertrauen erzeugt Motivation,
Motivation erzeugt positive Ergebnisse.

Auflösung unnötiger Komplexität ist die vierte Dimension der Effektivität

Einstein betrieb die geniale Vereinfachung. Er glaubte an eine zukünftige Physik, die keiner großen und unübersichtlichen Formeln mehr bedarf, sondern die auf einfachen Zusammenhängen basiert.
Definition: Komplexität entsteht aus der isolierten Betrachtung zahlloser Einzelfälle und der Multiplikation der Gesichtspunkte. Geniale Einfachheit entsteht aus einem „Heureka“ ganzheitlicher Zusammenhänge;

Historische und aktuelle Beispiele genialer Vereinfachung:
Tauschhandel > Münzen > Banknoten
arabische Ziffernnotation > 1449 + 38 =  1487 gegenüber der römischen  > MCDXLIX plus XXXVIII ist MCDLXXXVII

Scheck- Clearing > Check Truncation > Überweisung in SEPA
mit Gross Settlement mit einem einzigen Ausgleichskonto bei der Zentralbank (nur einer mit allen)gegenüber hunderten mal hunderten = zigtausend Korrespondenzkonten bei den Banken (jeder mit jedem).
 

Das Risiko der Komplexität liegt in der Explosionskraft

Komplexität ergibt aus der isolierten Betrachtung zahlloser Einzelfälle. Sie ist das begrenzte Blickfeld der „Effizienzanbeter“. Diese Sicht der Einzelfälle behindert das Erkennen gemeinsamer Merkmale. Wir verlieren die wichtigen Ziele aus den Augen und damit die Effizienz, wir verlieren die Übersicht und damit die Kontrolle.

Der Anstieg der Komplexität:
die Komplexität steigt progressiv mit der Anzahl der Elemente
bei 4 Elementen: 6 Abhängigkeiten           






bei 20 Elementen: 190 Abhängigkeiten






die Systemgrenzen explodieren räumlich (zur dritten Potenz), die Kosten explodieren im gleichen Ausmaß

Wir kommen nicht vom Fleck


Den Mehrwert der Automation
in Produktion, Dienstleistung und Verwaltung, und was wir dabei zu Gunsten der Margen oder Egebnisse  erreichen, geht in der wachsenden Komplexität der Normen und Regeln wieder auf oder versiegt im komplexen bürokratischen Leerlauf.

Die Bürokratie wird in einer Spirale zum Selbstläufer und erstickt Kreativität und Evolution. Sie löst den Vorteil der steten evolutionären Verbesserung der Prozesse, den uns die Entwicklung der Technik beschert, wieder in nichts auf.

Peter Heintel (Philosoph und Gründungsrektor der Universität Klagenfurt)
Über die Grenzen des „Modells Neuzeit“: Verlust des Wertes des Besonderen, und unsteuerbarer Wechsel zwischen Krise und technokratischer Selbstverkomplizierung


Donnerstag, 9. Dezember 2010

Die Unzerstörbarkeit des Netzes und der Werte in einer neuen Welt des Web

Die Kommunikation hat einen Boom der Übertragungstechnik erlebt: Breitbandnetze und Mobiltelephonie erschließen die ganze Welt; meist ganz ohne Hindernisse durch Behörden, durch Instanzen und politischen Machtblöcke.
Das Web ist- abgesehen von China und einigen wenigen totalitären Mächten- weitgehend barrierenfrei. Die Unzerstörbarkeit von Wikileaks ist in diesen Tagen ein besonderer Beweis dafür.

Dafür wo das web 1.0 eigentlich geschaffen wurde: die unverwüstliche Form der Verteilung und die  Zusammenarbeit der Knoten im Netz. Es bieten sich enorme Chancen: die Breite der Verständigung und Tiefe des Zugangs zu Wissen und Information wird enorm gefördert.

Zukunft der IT liegt in diesem Zeitalter in dem unendlich vielen kleinen Dingen des menschlichen Alltags; die ein Teil der sozialen Wertschöpfung wurden.

Die Zukunftssicherung der Unternehmen liegt in ihrer Informations-Technik


Die Kostendämmung ist eine Notwendigkeit, aber noch kein Ansatz zur Weiterentwicklung. Die evolutionäre, d.h. die dynamisch gleitende Innovation ist eine reale Chance. Künftig werden Betriebe verstärkt auf ihre Anpassungs- und Erneuerungskraft der Informations-und Kommunikiatios- Technik und auf Ertragsziele anstelle von Mengen und Umfang achten.

Viele haben den Ernst der Lage gar nicht so recht verinnerlicht. Aber wir können uns in der Mitwelt der Wirtschaft nur entwickeln und damit in der Dynamik der Fließgleichgewichte nur dann weiterbestehen, wenn wir Visionen der Zukunft haben und eine F&E fördern oder zumindest einmal im Betrieb einrichten.

Was die Technologie wieder zum Blühen treibt:

Es gibt zwar keine Rückkehr zu den Narrheiten des Booms der New Economy, aber einige Märkte reifen inzwischen schon wieder stetig: Die Herstellung von Halbleitern ist wieder auf Top-Niveau und die Produktion von PCs und Pads blüht. Das ist ein Faktor, der den technologischen Fortschritt antreibt, und der ist auch für unseren Lebensstandard ausschlaggebend.

Und neue Märkte tauchen auf: Die Verbreitung der Smart Phones wurde in drei Jahren verfünffacht, das digitale Fernsehen verdoppelt, Web-Services vervierfacht und auch das drahtlose Netze verdoppelt. Die Nutzung der sozialen Netzwerke ist exponentiell ins Zehnfache gestiegen.

Mittwoch, 8. Dezember 2010

Ein tiefgehender Strukturwandel in Unternehmen und Kommunikation stellt Gewohnheiten auf den Kopf:

Die Ertragskraft der Unternehmen ist massiv gesunken. Die Sparer investieren heute nicht mehr so viel in Unternehmen, sondern in Versicherungen und Wertpapiere, und sie nutzen verstärkt den Kapitalmarkt.

Die neuen Informations-Techniken  haben die Markttransparenz erhöht, die Kunden-Beziehung gelockert, die Hürden für den Markteintritt neuer Konkurrenten abgesenkt und den Wettbewerb mit Außenseitern drastisch verschärft.
Eine akute Gefahr besteht allerdings in der Hyperkommunikation, häufig, aber beileibe nicht nur bei Jugendlichen. Spam, Schrott werden über die schnellen Datenkanäle geschaufelt; alles nur an der Oberfläche, kaum mit Inhalt, aber jeder berichtet jedem über alles.

Die Antithese zum Ökonomismus beginnt sich bereits heraus zu kristallisieren.

Der Siegeszug dieses Prinzips des Ökonomismus wurde am Beginn unseres Jahrzehnts durch das Platzen der riesigen Spekulationsblase jäh gestoppt. Dazu ist auch noch eine Vielzahl von Bilanzfälschungen ans Tageslicht gekommen, die das Vertrauen in die Redlichkeit der Führung börsennotierter Unternehmen tief erschüttert haben. Unternehmen waren ausschließlichen Instrument für die kurzfristigen Gewinnziele von Investoren.  

Was die nachhaltige Lebendigkeit von Unternehmen sichert, sind die strategischen und moralischen Grundlagen langlebiger Familien- oder anderer sozialer Netzwerk- Unternehmen, die dagegen zeigen, daß es auch völlig anders geht.

Die klassische Ökonomie muß im Gegensatz dazu den Menschen dienen, und dienen kann sie ihnen nur, wenn ihrem Eingriff in alle Lebensbereich der Gemeinschaft Grenzen gesetzt werden. Die Naturwissenschaft zeigt uns, daß der Rhythmus eine entscheidende Rolle für den Ausgleich zwischen Wachstum und Absterben spielt.

Im Rhythmus werden Polaritäten in Synthesen vereinigt und scheinbare Widersprüche werden begreifbar. Rhythmus sorgt für eine Stabilität der Fließgleichgewichte der Natur und für stete evolutionäre Erneuerung.

Donnerstag, 2. Dezember 2010

Das Netz und die Wertschöpfungskette zwischen lokal und global

Die Lösung liegt wie immer im Netz:

Produkte und Services werden in einer Wertschöpfungskette, in differenzierten Einheiten erstellt. Jede Einheit trägt entsprechend ihrer Kernkompetenz bei: Das Optimieren im lokalen „Netzwerk“ wird verbunden mit dem weltweiten Netz. Begünstigt wurde dies im letzten Jahrzehnt von der wachsenden Unabhängigkeit von Zeit und Ort durch das Web, durch die Vernetzung von „Vermittlern“, durch die „Wikis“ von Informanten.
Es gibt also eine Optimierung zwischen „Kirche im Dorf“ und dem Aufweichen der geographischen Schranken. Neue Beziehungs-kanäle und persönlich geprägte Kommunikation in „sozialen Netzwerken“ des Web 2.0 bilden sich flankierend zum persönlichen „Vertrauten“ und bestärken den evolutionären Wandel.

Das Phänomen der virtuelle Fusion zwischen „Erzeuger“ und „Besorger“

ist entstanden; sie werden „systemisch“ verknüpft, auf dem Business BUS des Web werden die Services in Echtzeit über die Netze direkt ohne Zwischenschritt (Disintermediation!) an den Kunden/Verbraucher gebracht.
Es bildet sich häufig eine Wertschöpfungskette für die örtliche Gemeinschaft, die gestützt ist von Service – Integratoren. Das Restrisiko besteht im wachsenden äußeren Komplexitätsgrad und manchmal auch durch ein Defizit im „systemischen“ Denken.

Der Evolutionssprung aber besteht in der selbstbestimmten Wertschöpfungs-kette und einer neuen Unabhängigkeit.

Mittwoch, 1. Dezember 2010

Der geplatzte Mythos der Konzentration und die Suche nach dem Optimum :

Die klassischen Pyramiden werden immer unbeweglicher,

die Fusionen helfen ihnen nicht wirklich weiter. Sie leben von der Idee, daß eine Zentrale alle Information sammelt, alles reglementiert, daß sie das Verhalten aller Elemente jederzeit steuert. Aber in der Praxis hat das nie länger richtig funktioniert, weder in Staatsformen, noch in Unternehmen.
Die Hierarchien verheddern sich in den Fäden, die sie zu ziehen glauben…Lange Zeit hat man neben der Konzentration („mehr ist besser“, „genug ist nicht genug“) auch die Gewinn- und Managergagen- Maximierung angebetet und das Menetekel an der Wand nicht gesehen:

Mene, tekel upharsin
In demselben Augenblick kamen Finger einer Menschenhand hervor und schrieben auf den Kalk der Wand: Und du hast dich über den Herrn des Himmels erhoben; ...du und deine Gewaltigen...und hast die Götter aus Silber und Gold... gerühmt, die nicht sehen und nicht hören und nicht verstehen.

Mene - Gott hat dein Königtum gezählt und macht ihm ein Ende.
Tekel - du bist auf der Waage gewogen und zu leicht befunden.
Peres - dein Königreich wird zerteilt und den Medern und Persern gegeben

Das Gesetz vom Optimum einer Organisationsform:

Es gibt tatsächlich so etwas wie eine „kritische“ Masse zum Optimum im Spannungsfeld von zwei gegenläufigen Kräften: Zunächst steigt der Wirkungsgrad einer Organisation(oder Einheit) mit der Menge, mit dem Volumen (Mengenrentabilität ); aber nicht ins Unendliche, nur bis zu einem   bestimmten Optimum. Dann beginnt die Gegenkraft der inneren Komplexität eines große Systems zu wirken und drückt den Wirkungsgrad wieder drastisch nach unten(Overhead ▼). Mit der Menge steigt also die kritische Masse für effiziente Prozesse; aber auch der Overhead für Verwaltung, kleine Module in sich sind effizienter, aber der Aufwand für Koordination steigt.