Sonntag, 9. Januar 2011

Zukunftsmodell "slow money"

Redimensionierung und Entschleunigung innerhalb des Gesellschaftsmodells des Finanzkapitalismus

In bester Tradition ist das Konzept einer ,,Ökologisierung" des Steuersystems bei den Toblacher Gesprächen 2010 vertieft worden: Im Wirtschaftsleben sollten sich Kostenwahrheit und Transparenz mehr durchsetzen, wobei umweltschädliche und menschenfeindliche Wirtschaftsformen steuerlich stärker zu belasten wären.

Auch auf das Dumping bei den Umweltstandards, auf den zwischenstaatlichen Wettbewerb mit niedrigen Steuersätzen, auf die intransparenten Finanzbestimmungen zur Verdunkelung von Geldflüssen haben die Referenten bei der Suche nach nachhaltigen Lösungen hingewiesen.

Wie es der Obmann der genossenschaftlichen Banca Popolare Etica umschrieben hat, gibt es auch schon Ansätze zum „slow money", zu einer verantwortungsvollen Vermögensverwaltung, die sehr wohl imstande ist, sich von der spekulativen, schnelllebigen Geldvermehrung abzugrenzen.
Schließlich hat das "Ethical Banking" Angebot einiger Südtiroler Raiffeisenkassen der internationalen Zuhörerschaft beweisen können,
daß man Bankgeschäfte auch nach dem Grundsatz des Gründers der Toblacher Gespräche, des kürzlich verstorbenen Hans Glauber verwalten kann: „langsamer, weniger, besser, schöner".

Dr. Oscar Kiesswetter
Beauftragter Dozent an der Universität Verona, an der Universität „Cattolica“ in Mailand und an der Universität Trient

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