Mittwoch, 2. März 2011

Wenn Du ein Schiff bauen willst...und was Menschen bewegt

Antoine de Saint Exupéry zu dem,
was Menschen wirklich bewegt;
mit einem Modewort: Was sie motiviert.
 
Wenn Du ein Schiff bauen willst,
so trommle nicht Männer zusammen,
um Holz zu beschaffen,
Werkzeuge vorzubereiten,
Aufgaben zu vergeben
und die Arbeit einzuteilen,
sondern lehre die Männer die Sehnsucht
nach dem weiten endlosen Meer.
 
 Quand tu veux construire un bateau,
ne commence pas par rassembler du bois,
couper des planches et distribuer du travail,
mais reveille au sein des hommes
le desir de la mer grande et large.
 
Sobald in ihnen dieser Drang erwacht,
machen die Menschen sich
sofort an die Arbeit, das Schiff zu erbauen.
Denn ein Schiff erschaffen heißt nicht
die Segel hissen, die Nägel schmieden, die Sterne lesen,
sondern die Freude am Meer wachrufen.

Sonntag, 9. Januar 2011

Europa versucht, sich aus der Schuldenfalle zu befreien.

Daß China jetzt groß europäische Schulverschreibungen aufkauft, ist ein willkommener Beitrag zur Abwendung der Finanzkrise und ein Schub auf den Wirtschaftsmotor. Selbstredend geht das nicht ohne Gegenleistung: die Chinesen haben jahrzehntelang gespart und setzen ihr Geld ein, um mehr Einfluß in Europa zu gewinnen. Das muß nicht schlecht sein, denn eine höhere Vernetzung auf Gegenseitigkeit hat auch deutliche Vorteile.

Aber auch so oder anders müssen wir die Schuldenspirale unterbrechen und die Schuldenmacher an die Kandare einer strengen Budgetkontrolle nehmen.

So wie es ausschaut, haben die Menschen aber bisher immer noch zu wenig aus dieser Krise gelernt: Auf internationaler Ebene gibt es nach wie vor einen zwischenstaatlichen Wettbewerb mit niedrigen Steuersätzen und intransparenten Finanzbestimmungen zur Verdunkelung von Geldflüssen.
Eine wirksame Kontrolle des Finanzsystems wäre möglich (z.B. durch regional orientierte Banken mit einer ausreichenden Kapital-deckung bei Kreditgewährung). Auch die Normen von Basel zielen genau auf Sicherungssysteme. Es muß zur Durchsetzung von Kostenwahrheit und Transparenz im Wirtschafts- / Finanz- Leben kommen.
Umweltschädliche und menschenfeindliche Wirtschaftsformen müssen steuerlich belastet werden, Arbeit aber steuerlich entlast sein.
(siehe auch Ernst Ulrich von Weizsäcker)

Zukunftsmodell "slow money"

Redimensionierung und Entschleunigung innerhalb des Gesellschaftsmodells des Finanzkapitalismus

In bester Tradition ist das Konzept einer ,,Ökologisierung" des Steuersystems bei den Toblacher Gesprächen 2010 vertieft worden: Im Wirtschaftsleben sollten sich Kostenwahrheit und Transparenz mehr durchsetzen, wobei umweltschädliche und menschenfeindliche Wirtschaftsformen steuerlich stärker zu belasten wären.

Auch auf das Dumping bei den Umweltstandards, auf den zwischenstaatlichen Wettbewerb mit niedrigen Steuersätzen, auf die intransparenten Finanzbestimmungen zur Verdunkelung von Geldflüssen haben die Referenten bei der Suche nach nachhaltigen Lösungen hingewiesen.

Wie es der Obmann der genossenschaftlichen Banca Popolare Etica umschrieben hat, gibt es auch schon Ansätze zum „slow money", zu einer verantwortungsvollen Vermögensverwaltung, die sehr wohl imstande ist, sich von der spekulativen, schnelllebigen Geldvermehrung abzugrenzen.
Schließlich hat das "Ethical Banking" Angebot einiger Südtiroler Raiffeisenkassen der internationalen Zuhörerschaft beweisen können,
daß man Bankgeschäfte auch nach dem Grundsatz des Gründers der Toblacher Gespräche, des kürzlich verstorbenen Hans Glauber verwalten kann: „langsamer, weniger, besser, schöner".

Dr. Oscar Kiesswetter
Beauftragter Dozent an der Universität Verona, an der Universität „Cattolica“ in Mailand und an der Universität Trient

Freitag, 7. Januar 2011

Befreiung aus der Fremdbestimmung durch das Geld

Wollen wir die Veränderung unseres Wertesystems und des gängigen Gesellschaftsmodells ?

Ein Thema aus den Toblacher Gesprächen 2010
Die Bürger wolle sich zusehnds aus der bewußtlosen Herrschaft und der Fremdbestimmung durch das Geld und der von den Menschen selbst in diesem Zusammenhang hervor-gebrachten gesellschaftlichen Verhältnisse befreien . Eine Befreiung aber scheint schwierig, ja möglicherweise heute utopischer denn je.
Dr. Karl-Ludwig Schibel
Soziologe, hat Sozialökologie an der Universität Frankfurt und an der Universität Pesaro- Urbino unterrichtet. Er koordiniert seit dem Jahr 1989 die „Fiera delle Utopie concrete“. Seit dem Jahr 1992 ist er im Vorstand des „Klima Bündnis“, wobei er Koordinator für Italien ist.

Bezeichnend ist was Fiat-Chef Sergio Marchionne kürzlich auf einem konservativen katholischen Jugendtreffen in Rimini gehalten hat. Er geißelt die Unfähigkeit und Unwilligkeit der Italiener (aber durchaus alle Europäer könnten sich angesprochen fühlen) zur Veränderung. „ Wenn wir nicht bereit sind, uns an die Welt anzupassen, die sich verändert, werden wir uns gezwungen sehen, nur noch die Scherben unserer Vergangenheit zu verwalten.”

Die Fähigkeit, schnell und flexibel auf das sich immer mehr beschleunigt verändernde Weltgeschehen zu reagieren, bietet die einzige Chance des ökonomischen Überlebens. „Die Welt in der wir agieren ist komplex und manchmal chaotisch. Die Probleme, denen wir uns stellen müssen, verändern sich alle Tage. Die Variablen, die ins Spiel kommen sind so zahlreich und so groß!“

„Die Probleme, denen wir uns stellen müssen,“ entstehen über unseren Köpfen und hinter unseren Rücken, sie haben gleichsam die Qualität eines Naturereignisses, so wie die amerikanische Automobilindustrie „die von dem Tsunami der Finanzwelt zerstört worden ist und einer Unternehmensführung, die die Notwendigkeit der Veränderung nicht anerkennen wollte.“

Prof. Wolfgang Sachs,
Leiter des Wuppertal Instituts für Klima, Umwelt, Energie.

Mit der von Wolfgang Sachs aufgeworfenen Frage „Doch wer regiert das Geld?“ stellen sich die Toblacher Gespräche 2010 in die aufklärerische Tradition der Erkennbarkeit menschlichen Handelns und eines praxisorientierten Denkens. Das Denken aus der „rücksichtslose Kritik alles Bestehenden“, welches Formen des Widerstands und Formen alternativer Praxis ableitet. Das Denken von Alternativen, die unter Fortbestand der bestehenden Herrschafts- und Verwaltungs-formen das Neue gleichsam aus dem Schoße der alten Gesellschaft hervor zu treiben sucht. Ganz so, wie wir es von der Evolution gelernt haben.

Dienstag, 4. Januar 2011

Wenn wir Veränderungen wollen...

 Hinter dem bedrohlichen Einbruch der Weltwirtschaftverbirgt sich eine handfeste Krise des bisher vorherrschenden Wirtschaftsmodells.
Bisher angnommene Gewißheiten wurden mit der Finanzkrise außer Kraft gesetzt. Und gewohnte Handlungsmuster wurden mit einem Schlag auf den Kopf gestellt.
Woran liegt es, daß wir die Chance zur grundlegenden Veränderung nicht einmal im Zuge einer so ausgewachsenen Systemkrise nutzen?
Es breiten sich ein kollektive Verdrängung und Ohnmacht aus, wobei hier etwas auch die Trägheit der gesättigten Masse unseres Wohlstandsmodells mitspielt.
Im Blickpunkt steht daher die Frage, wie man Veränderungsnotwendigkeit kollektiv bewußt machen kann. Und wie man den Beharrungswiderstand von Menschen, Organisationen und Systemen überwindet.
Horst Peter Gross

Wenn wir Veränderungen wollen, stellt sich die Frage: Wer sind denn die Akteure, die das bewirken können? Diese Frage ist gar nicht so leicht zu beantworten: Viele Menschen haben gute Vorstellungen davon, was man machen müßte. Aber wer macht es wirklich? Wie setzt man das durch? Welche Art von Menschen benötigen wir dazu?
Die Lösung ist kein großes Geheimnis: Es sind wir alle, die das tun müssen.

Wir dürfen uns nicht darauf verlassen, daß irgendwelche Kräfte von außen kommen, etwa aus der Regierung oder der Wirtschaft, die dann eher hinderlich wären. Aber wir können vielleicht einige davon überzeugen, daßsie dortmitmachen, woder Mensch imMittelpunkt steht.
Hans-Peter Dürr

Der Ruf nach Erneuerung: "Wir sind alle sehr für Veränderungen..."

..., vorausgesetzt es bleibt alles beim Alten


Der Titel aus Vinzenz Ludwig Ostrys Radio –Feuilleton: "In den Wind gesprochen"

„ Es muß etwas geschehen... Es muß nicht nur etwas geschehen, es muß sogar vieles geschehen!  Und was geschieht?   Das Einzige, das geschieht, ist, daß man sagt, daß etwas geschehen soll.“

Unsere Falle von heute ist der Erfolg von gestern: Nichts ist gefährlicher als der Erfolg von gestern; er führt zu Verlustängsten, verleitet zu Selbst-zufriedenheit und zum Betonieren; im schlimmsten Fall zur Arroganz.

Besser Eigenverantwortung als "Big Government"

Ein Menetekel aus der Zukunft zeichnet negative Trends  :
  • Neue aufstrebende Machtböcke, neue Märkte von enormer Größe, haben einen gigantischen Ressourcenbedarf an Energie  und Rohstoffen, 
  • Wir erleben eine Vergrößerung der Global- Player bis zum Kollaps.
  • Ein Big Government (er)fordert immer höhere Steuern (Europas 45% der Einkommen in den Staatssektor, China 11)
  • Gleichzeitig git es eine Vertrauenskrise in Institutionen aller Art (Staat, Behörden, Banken, Kirchen..) in Deutschland: 95% trauen der Feuerwehr und der Rettung, aber nur 15% der Politik und der öff. Verwaltung


Doch ein Paradigmen-Wechsel bewirkt recht positive Trends:
  • Eine deutliche Wertorientierung auf Eigen-verantwortung und Nachhaltigkeit
  • Das Klimabewußtsein führt zu besseren Energie-haushalten,
  • Die Automobilindustrie boomt mit alternativen Antriebstechnike
  • Großprojekte werden zunehmend über PPP-Modelle finanziert
  • Eine Stärkere Reglementierung und Kontrolle des Finanzmarktes setzt sich langsam durch
  • Und die Sozialsysteme werden vereinfacht und zur Grundsicherung umgebaut

Dienstag, 14. Dezember 2010

Wir können den Trend umkehren !

Wir können doch nicht zulassen, wie uns die Selbstverkomplizierung der Bürokratie mit immer komplexeren Normen alle Früchte, die uns die Technologie in Produktion und Service bereitet hat, wieder auffrißt.

Mit der Pseudoeffizienz der Regulierung und den Machtanspruch der Mengenkonzentration in Wirtschaft und Gesellschaft geht immer mehr vom Erfolg der kontinuierlichen Verbesserung wieder verloren. Den Spielraum an materiellem Nutzen, den wir an einer Seite gewinnen, den möchte sofort die Bürokratie oder die Machtstruktur wieder aufsaugen.

Das muß nicht zwingend so sein: wir können mit Hilfe der Kreativität der Mitarbeiter den Komplexitätsgrad herunterbrechen; den Ballast der Bürokratie durch geniale Vereinfachung abwerfen, den Parasitismus der Bürokratie in Grenzen setzen, die Gestaltung vor die Verwaltung stellen;

Eine Selektion des Wesentlichen und der Evolution dienlichen und das Geschäft und das menschliche Individuum vor die Bürokratie reihen.

Die Lösung ist die geniale Vereinfachung unnötiger Komplexität

Die im vergangenen Zeitalter in Mode gekommene Konzentration bei Unternehmen oder in der politischen Gesellschaft steigert den Komplexitätsgrad progressiv zur 3. Potenz.
Netzwerke sind da als Gegenkraft besonders geeignet, sie sind imstande der Verkomplizierung entgegenzuwirken und beizutragen, den Knäuel zu entflechten. 
Damit gelingt ein Aufbrechen der Komplexität bei Produkten und Prozessen, eine Entwirrung statt der Verwirrung in den „babylonischen“ Türmen. Das Abwerfen all dieses Ballastes führt zu meßbarer Ergebnisverbesserung: es entsteht Wohlfahrt oder Wohlstand.

Der Ansatz der Entwirrung der unnötigen Komplexität ist es, Gemeinsamkeiten der Vielzahl der möglichen Fälle selektieren, und nicht die Unzahl der Fälle, sondern die Regel hinter den günstigen abzubilden.

Einfachheit schafft Verständnis,
Verständnis erzeugt Sicherheit,
Sicherheit schafft Vertrauen,
Vertrauen erzeugt Motivation,
Motivation erzeugt positive Ergebnisse.

Auflösung unnötiger Komplexität ist die vierte Dimension der Effektivität

Einstein betrieb die geniale Vereinfachung. Er glaubte an eine zukünftige Physik, die keiner großen und unübersichtlichen Formeln mehr bedarf, sondern die auf einfachen Zusammenhängen basiert.
Definition: Komplexität entsteht aus der isolierten Betrachtung zahlloser Einzelfälle und der Multiplikation der Gesichtspunkte. Geniale Einfachheit entsteht aus einem „Heureka“ ganzheitlicher Zusammenhänge;

Historische und aktuelle Beispiele genialer Vereinfachung:
Tauschhandel > Münzen > Banknoten
arabische Ziffernnotation > 1449 + 38 =  1487 gegenüber der römischen  > MCDXLIX plus XXXVIII ist MCDLXXXVII

Scheck- Clearing > Check Truncation > Überweisung in SEPA
mit Gross Settlement mit einem einzigen Ausgleichskonto bei der Zentralbank (nur einer mit allen)gegenüber hunderten mal hunderten = zigtausend Korrespondenzkonten bei den Banken (jeder mit jedem).
 

Das Risiko der Komplexität liegt in der Explosionskraft

Komplexität ergibt aus der isolierten Betrachtung zahlloser Einzelfälle. Sie ist das begrenzte Blickfeld der „Effizienzanbeter“. Diese Sicht der Einzelfälle behindert das Erkennen gemeinsamer Merkmale. Wir verlieren die wichtigen Ziele aus den Augen und damit die Effizienz, wir verlieren die Übersicht und damit die Kontrolle.

Der Anstieg der Komplexität:
die Komplexität steigt progressiv mit der Anzahl der Elemente
bei 4 Elementen: 6 Abhängigkeiten           






bei 20 Elementen: 190 Abhängigkeiten






die Systemgrenzen explodieren räumlich (zur dritten Potenz), die Kosten explodieren im gleichen Ausmaß

Wir kommen nicht vom Fleck


Den Mehrwert der Automation
in Produktion, Dienstleistung und Verwaltung, und was wir dabei zu Gunsten der Margen oder Egebnisse  erreichen, geht in der wachsenden Komplexität der Normen und Regeln wieder auf oder versiegt im komplexen bürokratischen Leerlauf.

Die Bürokratie wird in einer Spirale zum Selbstläufer und erstickt Kreativität und Evolution. Sie löst den Vorteil der steten evolutionären Verbesserung der Prozesse, den uns die Entwicklung der Technik beschert, wieder in nichts auf.

Peter Heintel (Philosoph und Gründungsrektor der Universität Klagenfurt)
Über die Grenzen des „Modells Neuzeit“: Verlust des Wertes des Besonderen, und unsteuerbarer Wechsel zwischen Krise und technokratischer Selbstverkomplizierung


Donnerstag, 9. Dezember 2010

Die Unzerstörbarkeit des Netzes und der Werte in einer neuen Welt des Web

Die Kommunikation hat einen Boom der Übertragungstechnik erlebt: Breitbandnetze und Mobiltelephonie erschließen die ganze Welt; meist ganz ohne Hindernisse durch Behörden, durch Instanzen und politischen Machtblöcke.
Das Web ist- abgesehen von China und einigen wenigen totalitären Mächten- weitgehend barrierenfrei. Die Unzerstörbarkeit von Wikileaks ist in diesen Tagen ein besonderer Beweis dafür.

Dafür wo das web 1.0 eigentlich geschaffen wurde: die unverwüstliche Form der Verteilung und die  Zusammenarbeit der Knoten im Netz. Es bieten sich enorme Chancen: die Breite der Verständigung und Tiefe des Zugangs zu Wissen und Information wird enorm gefördert.

Zukunft der IT liegt in diesem Zeitalter in dem unendlich vielen kleinen Dingen des menschlichen Alltags; die ein Teil der sozialen Wertschöpfung wurden.

Die Zukunftssicherung der Unternehmen liegt in ihrer Informations-Technik


Die Kostendämmung ist eine Notwendigkeit, aber noch kein Ansatz zur Weiterentwicklung. Die evolutionäre, d.h. die dynamisch gleitende Innovation ist eine reale Chance. Künftig werden Betriebe verstärkt auf ihre Anpassungs- und Erneuerungskraft der Informations-und Kommunikiatios- Technik und auf Ertragsziele anstelle von Mengen und Umfang achten.

Viele haben den Ernst der Lage gar nicht so recht verinnerlicht. Aber wir können uns in der Mitwelt der Wirtschaft nur entwickeln und damit in der Dynamik der Fließgleichgewichte nur dann weiterbestehen, wenn wir Visionen der Zukunft haben und eine F&E fördern oder zumindest einmal im Betrieb einrichten.

Was die Technologie wieder zum Blühen treibt:

Es gibt zwar keine Rückkehr zu den Narrheiten des Booms der New Economy, aber einige Märkte reifen inzwischen schon wieder stetig: Die Herstellung von Halbleitern ist wieder auf Top-Niveau und die Produktion von PCs und Pads blüht. Das ist ein Faktor, der den technologischen Fortschritt antreibt, und der ist auch für unseren Lebensstandard ausschlaggebend.

Und neue Märkte tauchen auf: Die Verbreitung der Smart Phones wurde in drei Jahren verfünffacht, das digitale Fernsehen verdoppelt, Web-Services vervierfacht und auch das drahtlose Netze verdoppelt. Die Nutzung der sozialen Netzwerke ist exponentiell ins Zehnfache gestiegen.

Mittwoch, 8. Dezember 2010

Ein tiefgehender Strukturwandel in Unternehmen und Kommunikation stellt Gewohnheiten auf den Kopf:

Die Ertragskraft der Unternehmen ist massiv gesunken. Die Sparer investieren heute nicht mehr so viel in Unternehmen, sondern in Versicherungen und Wertpapiere, und sie nutzen verstärkt den Kapitalmarkt.

Die neuen Informations-Techniken  haben die Markttransparenz erhöht, die Kunden-Beziehung gelockert, die Hürden für den Markteintritt neuer Konkurrenten abgesenkt und den Wettbewerb mit Außenseitern drastisch verschärft.
Eine akute Gefahr besteht allerdings in der Hyperkommunikation, häufig, aber beileibe nicht nur bei Jugendlichen. Spam, Schrott werden über die schnellen Datenkanäle geschaufelt; alles nur an der Oberfläche, kaum mit Inhalt, aber jeder berichtet jedem über alles.

Die Antithese zum Ökonomismus beginnt sich bereits heraus zu kristallisieren.

Der Siegeszug dieses Prinzips des Ökonomismus wurde am Beginn unseres Jahrzehnts durch das Platzen der riesigen Spekulationsblase jäh gestoppt. Dazu ist auch noch eine Vielzahl von Bilanzfälschungen ans Tageslicht gekommen, die das Vertrauen in die Redlichkeit der Führung börsennotierter Unternehmen tief erschüttert haben. Unternehmen waren ausschließlichen Instrument für die kurzfristigen Gewinnziele von Investoren.  

Was die nachhaltige Lebendigkeit von Unternehmen sichert, sind die strategischen und moralischen Grundlagen langlebiger Familien- oder anderer sozialer Netzwerk- Unternehmen, die dagegen zeigen, daß es auch völlig anders geht.

Die klassische Ökonomie muß im Gegensatz dazu den Menschen dienen, und dienen kann sie ihnen nur, wenn ihrem Eingriff in alle Lebensbereich der Gemeinschaft Grenzen gesetzt werden. Die Naturwissenschaft zeigt uns, daß der Rhythmus eine entscheidende Rolle für den Ausgleich zwischen Wachstum und Absterben spielt.

Im Rhythmus werden Polaritäten in Synthesen vereinigt und scheinbare Widersprüche werden begreifbar. Rhythmus sorgt für eine Stabilität der Fließgleichgewichte der Natur und für stete evolutionäre Erneuerung.